Warum Bankberater keine Beratung zu Versicherungen machen sollten!

31.01.2020

Es ist mal wieder passiert. Eine Kundin benötigt eine Immobilienfinanzierung und geht zur ortlichen Bank. Soweit so gut.

Der Bankberater berät hier aber nicht nur zur Baufinanzierung, sondern schaut sich auch die Versicherungen der Kundin an. OK, auch das ist völlig in Ordnung – Ein Einnahmen-Ausgabencheck ist bei einer Finazierung immer angebracht.

Er entdeckt eine Berufsunfähigkeitsversicherung, die die Kundin 2017 bei uns abgeschlossen hat, mit folgenden Daten:

Krankenschwester — Barmenia Solo BU – 1250 € BU Rente bis zum Endalter 60 — 2 % Leistungsdynamik — 5 % Beitragsdynamik

Monatsbeitrag netto – 67, 59 €

Ja, ein Endalter bis 63/65/67 wäre besser, aber es muss auch bezahlbar bleiben.

Was ist eine Leistungsdynamik?

Wird die Kundin berufsunfähig, erhöht sich die BU Rente jedes Jahr um 2 %. Wird sie mit 40 berufsunfähig bekommt sie z.B. mit 50 bereits einer BU Rente von 1.523 €. Inflationsausgleich im Rentenbezug. 

Was ist eine Beitragsdynamik?

In diesem Vertrag haben wir eine sog. Beitragsdynamik von 5% eingebaut. Die einen finden es blöd, die anderen gut. 

Nachteile: Jedes Jahr steigen die Beiträge um 5%. Man kann dieser Dynamik jederzeit wiedersprechen. Die Versicherung schreibt die Kunden jedes Jahr, ob man dies möchte oder nicht. 

Vorteile: Die BU Rente steigt ebenso um 5%, und das OHNE erneute Gesundheitsprüfung. In unserem Fall ist der aktuelle Stand somit:

BU Rente – 1446  € – Beitrag – 78,25 €

Wie gesagt, dieser dynamischen Anpassung kann man jederzeit wiedersprechen. Eine Email reicht da aus.

Der Bankberater hat sich diese technischen Daten angschaut, vielleicht hat er dazu den Versicherungsfachmann im Bankhaus dazugezogen, ich weiß es nicht genau.

Was ein Bankberater kann und was nicht

Der Bankberater kann die technischen Daten einer BU lesen – die Versicherungsbedingungen lesen und verstehen kann er aber nicht, dafür ist er auch nicht ausgebildet.

Hier wird der Kundin nun empfohlen, die BU bei der Barmenia zu kündigen und eine neue BU bei der R+V abzuschließen.

Schauen wir uns mal den Tarif der R+V etwas genauer an:

Eine erste grobe Übersicht mit der Software von Franke und Bornberg. 

Mit dieser Software wird das “Kleingedruckte”, also die Versicherungsbedingungen, analysiert und benotet. 

Gehen wir aber weiter ins Detail und schauen uns einen Punkt ganz genau an, welcher bei einer Krankenschwester absolut wichtig ist. Wir haben mehrfach darüber berichtet: Die Infektionsklausel.

Die Infektionsklausel soll sicherstellen, dass ein gegen Berufsunfähigkeit versicherter Arzt, Zahnarzt oder Angehöriger eines anderen Heilberufes aufgrund einer Infektionsgefahr bei einem gesetzlichen oder behördlichen Beschäftigungsverbot von mindestens 6 Monaten schon die versicherte Berufsunfähigkeitsrente erhält.

Ausführlicher Bericht über die Infektionsklausel ind BU-Versicherungen hier : Klick

Hier der Vergleich Barmenia vs. R+V

Der Bankberater empfiehlt also eine BU aus dem eigene Hause OHNE Infektionsklausel. Applaus!

Sollte ein Berufsverbot nach § 31IfSG  (Klick) ausgesprochen werden, steht die Kundin, unter Umständen, ohne Leistung aus der R+V BU da.

Grandios lieber Bankberater! Auf diesen Rechtsstreit darf man sich freuen. Gegen wen muss die Kundin hier dann eigentlich in den Kampf ziehen, um die BU Rente einzufordern?

  • gegen den Bankberater
  • gegen den Versicherungsfachmann der den Antrag unterschreibt
  • gegen die Bank
  • gegen die Versicherung

Ein sehr ungleicher Kampf. Hier kann man der Kundin dann nur empfehlen die Rechtsschutzversicherung bei einer völlig anderen Stelle abzuschließen.

Auch eine Leistungsdynamik kann der Bankberater hier nicht anbieten. Es gibt weitere Punkte auf die man eigehen könnte, der Bericht würde dadurch aber zu lang werden.

Warum eine Berufsunfähigkeitsversicherung so wichtig ist

Die Berufsunfähigkeitsversicherung gehört zu den wichtigsten Versicherungen überhaupt. Gerade dann, wenn man eine Finanzierung abgeschlossen hat. Neben der Risikolebensversicherung (Todesfallschutz Kredit), ist die BU dann die 2te Versicherung die man im Blick haben sollte. Kann man den Beruf aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ausüben, ist auch das Einkommen nicht mehr da, um die Finanzierung zu bedienen. Den größten Auslöser für eine Berufsunfähigkeit haben psychische Erkrankungen – besonders im medizinisch-pflegerischen Bereich sind die Belastungen ernorm.

Fazit:

Man sieht hier sehr klar, dass der Bankberater fachlich nicht in der Lage ist, eine Berufsunfähigkeitsabsicherung genau zu analysieren. Er nutzt seine starke Position aus (Kundin will Kredit) und versucht die Produkte seines Arbeitgebers/Kooperationspartners neu zu platzieren und die bestehende Absicherung schlecht zu machen. Mit großen Nachteilen für die Kundin. Eine langfristige Erkrankung und schon kann die Finanzierung nicht mehr bedient werden – für die Bank ist es kein Risiko, eher eine Gelegenheit – für die Kundin ein Desaster.

Eines von vielen Beispielen, warum Bankberater keine Beratung zu Versicherungen machen sollten……

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